Carwitz, Veranda vom Garten aus.

Carwitz, Veranda vom Garten aus.

Aber Hans Fallada, der sich nicht entschließen kann, Hitlerdeutschland zu verlassen, erfährt als humanistischer Schriftsteller auch die diskriminierenden Verhältnisse in diesem Land, die ihn zu Kompromiß und Anpassung zwingen – ein Nazischreiber wird er nie. Die Beschädigung von Falladas Kreativität bringt alte Gefährdungen hervor, in den persönlichen Zusammenbrüchen versinkt schließlich auch das Carwitzer Glück.

Zitate
„Das einzige, was möglich ist, wäre eine Emigration, natürlich nur gesetzlicher Art, so daß mir die Rückkehr immer noch möglich wäre. Der Gedanke widerstrebt Suse und mir, denn was sollen wir schließlich im fremden Lande – Dänemark oder England kämen in Frage – Dazu müßte man Carwitz, alles Errungene aufgeben – nein, es wäre doch sehr bitter.“
(Brief an Kagelmacher, September 1935)

„Ist das noch eine Heimat, von der man weiß, man wird sie aufgeben, man wird sie verlassen, auf Nimmerwiedersehen ?! Wenn ich zu meinen Nienen gehe und höre ihr fröhliches Brausen, wenn ich wie eben jetzt über die Seite fort in den Obstgarten sehe, dessen Blüten heute, am 12. Mai 1942, immer noch weit vom Aufbrechen sind…bei alledem und allem anderen noch denke ich: wie lange noch ?“ „…gäbe es nur Erfolge im Leben, was würde Erfolg noch wert sein ? Dies ist eine der besten Eigenschaften des Menschen, daß er hartköpfig ist…Nicht nachgeben ! Nie nachgeben ! Nie den goldenen Mittelweg gehen. Nie die Straße des geringsten Widerstandes marschieren. Nun grade ! – das ist der Wahlspruch aller Menschen, die etwas ausgerichtet haben !“
(„Heute bei uns zu Haus“, 1943)

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