Neumuenster

Neumünster, im Zentralgefängnis.

Nachdem Rudolf Ditzen 1928 in Neumünster eine 2 1/2 jährige Gefängnishaft (wegen Unterschlagung) hinter sich gebracht hat, gibt er die landwirtschaftliche Berufstätigkeit für immer auf, wird Annoncenwerber und Lokalreporter an einer Provinzzeitung in Schleswig-Holstein.

Zitate
„Die kleine schleswig-holsteinische Industriestadt, D-Zug-Haltepunkt und mit einem Kanalhafen, liegt inmitten einer flachen, baumlosen Ebene, Äcker über Äcker,…Es ist eine betriebsame Stadt, über der als einziges Wahrzeichen, bedeutender noch als Kirchen, die Fabriken, der Bau des Zentralgefängnisses in Zement und roten Steinen aufragt.“

„Wenn draußen auch ein strahlender, warmer Maitag ist, Halstuch und Mütze sind Vorschrift. „In zwei Tagen ist es ja überstanden. Dann kann ich mich anziehen, wie ich mag.“ Er versucht, sich vorzustellen, wie sein Leben dann sein wird, aber er kann es nicht. „Da gehe ich also die Straße lang und da ist eine Kneipe, und ich mache einfach die Tür auf und sage: Ober, ein Glas Bier…“ Draußen, in der Zentrale, der Hauptwachtmeister Rusch schlägt mit dem Schlüssel gegen das Eisengitter. Es hallt durch den ganzen Bau, in sechshundertvierzig Zellen ist es zu hören.“

„Sie werden sich wundern draußen …Sie werdens nicht leicht haben, schwer werden Sie´s haben. Ob Sie´s aushalten werden ?“
(„Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“, 1934)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.