Pressestimmen

Fallada – Lebensorte in Bildern
Der Weimarer Fotograf Harald Wenzel-Orf und seine Ausstellung auf Burg Posterstein
Sabine Wagner, Ostthüringer Zeitung, 27.03.99

„…Das Schwarz-Weiß-Foto reduziert auf Wesentliches, bringt Vergangenes mit Gegenwärtigem ins Gespräch. Und es steht am Anfang einer Bilder-Reise, die Harald Wenzel-Orf auf den Spuren des Schriftstellers Hans Fallada unternommen hat… Die Orfschen Fotos stehen im Dialog zu Lebensdaten, Zitaten aus Fallada-Werken, Erinnerungen von Zeitzeugen… Harald Wenzel-Orf, der derzeit auch mit seiner Ausstellung „Der steinerne Gast…“ in der Klassikerstadt für Aufsehen sorgt, ist diesem Leben gefolgt. Von Greifswald über Leipzig, Thüringen, dem pommerschen Gut Heydebreck, über Stettin, Rügen, Sylt, Carwitz, Strelitz, Feldberg, Berlin…“

Bilder eines Lebens
Weimar: Ausstellung über Fallada eröffnet
Heinz Stade, Thüringer Allgemeine, 23.12.98

„Stünden da nicht auf der Terrasse die neudeutsch-kitschige Nachbildung einer barocken Blumenschale aus weißer Plaste und am Rand der blecherne Geräteschuppen aus dem Baumarkt, wäre das Foto von der Rückfront des Hauses in Neuenhagen noch immer gut geeignet, den verantwortungslosen Umgang mit Bausubstanz in der DDR zu illustrieren.
Von Fotograf Harald Wenzel-Orf, der dieses triste Bild bundesdeutscher Wirklichkeit am Rande Berlins im Jahre 1997 verfertigte, wissen wir, daß er keinen der Bewohner des Hauses traf und ihm so der Zugang verwehrt blieb. Hätten sich ihm die Türen aufgetan, wäre in der gestern im Weimarer Goethe-Institut eröffneten Ausstellung „Hans Fallada – Lebensorte“ möglicherweise ein anderes Foto von jenem Reihenhaus zu sehen, in dem in den Jahren 1931/32 Weltliteratur entstand: „Kleiner Mann, was nun ?“
Auf fast dreißig großformatigen schwarz-weißen Fotos nimmt der aus Thüringen stammende Fotograf seine Betrachter mit zu den lebensprägenden Orten zwischen Greifswald, wo die Wiege Falladas stand, und Carwitz, wo er begraben liegt… Spröde geradezu die bildliche Annäherung an dieses bis heute nicht unumstrittene Künstlerschicksal, geradezu menschenleer sind die Räume fotografiert, in denen es zu Lebzeiten Falladas nur allzusehr menschelte. So, als sollte nichts ablenken vom Dialog zwischen Betrachter und Schriftsteller, zwischen Gestern und Heute, ist die Sicht von Wenzel-Orf auf die Lebensorte eines berühmten Mannes…

Foto: Allgemeiner Anzeiger, Weimar 2.1.99

Lebensort und Leidensorte
Harald Wenzel-Orf fotografierte Wirkstätten Hans Falladas
MSH, Ostseezeitung, 02.11.00

„…Der Fotograf Harald Wenzel-Orf reiste durch die Bundesrepublik, um die Orte zu besuchen, an denen Fallada lachte und litt, in denen er wohnte, arbeitete oder wo er inhaftiert war… Menschen sind auf keinem der Bilder.`Es geht um die Orte, die für Fallada wichtig waren`, sagt der Fotograf. `Es ging mir darum, mich selbst zurückzunehmen.` Entsprechend wurden die meisten Bilder ohne Effekte gemacht, ohne raffinierte Objektive oder nachträgliche Bearbeitung…“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.